Montag, 19. September 2016

Sangria, Cerveza, Mojito! Wo der Himmel das Meer küsst

Ich muss auswandern, sagst Du? Dann bin ich mal weg - in Barcelona!
Kaum eine andere Millionenstadt bietet so viel Kultur und Charme auf demselben konzentrierten Flecken Erde wie Barcelona. Cerveza, Sangria, Mojito - was sie am Strand fast durchgehend schreiend anbieten - verstehe ich gerade noch. Un, dos, tres auch noch und dos helados. Die Helados (Danke, Dario, für die spanische Rechtschreibprüfung!!! :-)) sind ein Übrigbleibsel aus meinen Kindertagen, den Strandurlauben unserer Familie in Spanien. Das war's dann auch mit meinen Sprachkenntnissen. Was ich jedoch sonst noch kapiere: Barcelona hat einen eigenen Rhythmus, eine besondere Atmosphäre - und einen heissen Groove. Auf Spanisch.

Diese Stadt ist in der Vielfalt kaum zu schlagen: Kultur, Kulinarik und sooooo viel charmanten Lifestyle - unglaublich. I love it - io amo!!! Ich treibe im Meer, die Zehen vor mir winken dem sommerlichen Himmel und ich atme durch ... Cerveza, Sangria! Letzteres mit Cava, spanischem Sekt statt Rotwein, schmeckt mir ganz besonders.

Wir liegen am Strand, nach einem Walk vom Place de Espanya bis ins Quartier Barceloneta, die Landzunge vor der Stadt mit wunderbaren Gassen, winzigen Mercados und einem herrlichen Sandstrand. Genau hier: Sangria, Cerveza. Mojito!!! Na, Du weisst schon. Und das Wasser streichelt Deinen Körper, sein Rauschen Deine Seele ...

Gaudi hat es mir angetan. Seine Bauten sind rund harmonisch, nicht aneckend, sondern fliessend. Zum Hineinkriechen und Anschmiegen. An seiner Sagrada Familia, an Gaudis gigantischer Basilica bauen sie über seinen Tod 1926 hinaus - bauen sie heute noch und alleine dieses Werk wäre ein eigenes Studium wert. Was nur schon an der Fassade an Kreativität zu entdecken ist - Wahnsinn! Ich mag seine erschaffenen Formen, seine Ideen, seine Kreativität. All dies steckt an, nicht nur mich, sondern viele. Warum sonst sollte ein Lebenstraum weiter realisiert werden, 90 Jahre nach dem Tod des Träumers?! Gaudi steckt an.

Neben uns ragt das World Trade Center Barcelona in den Himmel. Da wird gehandelt, da wird emsig gearbeitet. Big Business. Um kein Geld der Welt möchte ich die Plätze tauschen und hinter die edle Glasfassade wechseln. Hier atme ich im Takt des Meeresrauschens ... neben mir stürmen zwei junge Mädels *giggelnd* in die Fluten, ein junger, spanischer Adonis fragt uns, ob er seine Sachen bei uns deponieren dürfe, aber klar doch. So macht man das hier also, aha, so einfach und charmant. Neben uns ein Paar, sie sonnt, er liest. Frieden. Meeresrauschen. Sommerwärme. Riechst Du's?!? Mojito, Sangria, Cerveza!!

Das einzige Problem von Barcelona sei der Diebstahl, erzählt der Barbesitzer und zeigt mir, wie ich meine Handtasche sichere. Nicht Gewalt (er boxt in die Luft), nur Diebstahl (Drehung aus dem Handgelenk). Meine Handtasche ist gesichert. Und sofort fällt mir der charmante Adonis wieder ein, der uns zu seiner Diebstahlsicherung auserwählt hatte vor ein paar Stunden.

Hotels gibt es unzählige in Barcelona und bestimmt sind ganz viele sehr gut. Wir landeten etwas ausserhalb, im Hotel Hesperia Tower. Das Angebot des Arrangements war einfach zu genial, da mussten wir hin. Volltreffer. Wir strahlen wie Honigkuchenpferde, als wir nach der Ankunft circa eine halbe Stunde vor Mitternacht aus dem riesigen Fenster rausschauen - direkt auf ein fantastisches Feuerwerk - und das aus dem 20. Stockwerk! Bauklötze staunend. Die Farbenpracht auf Augenhöhe. *Gstört*schön*im*Fall*. Am nächsten Morgen entdecke ich von der Bettkante aus die Spitzen der Sagrada Familia. Wow, guten Morgen, Barcelona! Das Zimmer ist modern, luxuriös, das Frühstücksbüfett zum mehrfachen Zulangen. U-Bahn und Busstationen direkt um die Ecke und *schwups* schon sind wir im Zentrum. Der Hesperia Tower ist nicht nur ein Business- und Messehotel, wie wir finden. Auch wir Volltouristen mögen ihn.

Tapas sind die Geschwister von Sangria, einfach in fester Form - sprich: beides ein Muss in Spanien. Am Place de Espanya setzen wir uns ins TapaTapa. Von ihnen gibt es einige in Barcelona. Die Bildchen auf den Tischsets helfen uns, auch mit unseren mangelhaften Spanischkenntnissen leicht zu bestellen. Was auf unserem Tisch landet, ist herrlich, frisch und lecker. In den wenigen Tagen ernähren wir uns fast ausschliesslich von Tapas - ausser dem Hesperia-Frühstück, selbstverständlich. Auch in den kleinsten Restaurants, mit einfachen Stühlen und Tischen auf dem Gehsteig, geniessen wir beste Tapas-Qualität. So könnte ich mich ewig ernähren.

Der Wind zerzaust unsere Haare, wir relaxen stundenlang während der Fahrt auf dem oberen Deck des Touristenbusses. Kreuz und quer führt er uns durch die Stadt und die Dame erklärt uns schön brav auf Deutsch, was gerade an uns vorbeizieht. Hafen, Nischen, Fassaden, lächelnde Krabbe und andere Kunstwerke, Statuen, Brunnen, Mosaike! Palmen. Wir speichern emsig, was wir alles noch genauer sehen wollen in Barcelona - bei unserer Wiederkehr. Denn das ist gewiss: Barcelona, auf bald!


Sangria mit Cava (Sekt) & Tapas - io amo!
Gaudis beeindruckende Sagrada Familia